Hinweise für Vollmachtgeber

Oft werden für Familienangehörige oder gute Freunde leichtfertig ​Vollmachten ausgestellt, ohne sich der Tragweite bewusst zu sein, die Vollmachten an sich, als auch die Aufgaben für bevollmächtigte Personen beinhalten. Häufig sind es auch pflegende Angehörige, die in Vollmachten und Betreuungsverfügungen benannt werden. Als Bevollmächtigte/r ist man aber nicht automatisch Pflegende/r und umgekehrt. Beides sollte weder verwechselt noch unbedingt vermischt werden.

 

Auswahl

Wen man als Bevollmächtigten in einer Vollmacht - ebenso als Betreuer in einer Betreuungsverfügung -  bestimmen möchte, bleibt grundsätzlich einem selbst überlassen. Das müssen nicht zwingend Angehörige, sondern sollte in jedem Fall eine Person sein, die man lange genug kennt und die auch über die  eigenen Wertevorstellungen und Ansichten zu Krankheit, Leben und Tod genau in Kenntnis ist. Der oder die künftige Bevollmächtigte sollte vielleicht auch selbst nicht komplett von den Wertevorstellungen des Vollmachtgebers abweichen. Anderenfalls besteht die Gefahr  -  wenn es darum geht, den Patientenwillen (z. B. Bestattungswünsche) umzusetzen -, dass nicht im Sinne des Vollmachtgebers entschieden oder gehandelt wird.

Da bei Vorsorgevollmachten und im Gegensatz zu Betreuungsverfügungen - immer ein gewisses Missbrauchsrisiko besteht (siehe unten), sollte die Auswahl reiflich überlegt und absolutes Vertrauen zwischen Vollmachtgeber und Bevollmächtigten die Grundvoraussetzung sein.  Erfahrungsgemäß wird sich aus diesem Grund letztlich doch für die nächsten Angehörigen (Kinder, Geschwister) oder den langjährigen Partner entschieden.

Einverständnis

Unerlässlich ist,  bevor man jemanden als Bevollmächtigten oder zukünftigen Betreuer in Erwägung zieht, diese Person vorher anzufragen und das Ganze in Ruhe mit ihr zu besprechen. Man kann niemanden ohne Rücksprache als Bevollmächtigten bestimmen oder gar verpflichten - auch nicht die eigenen Kinder oder andere Familienangehörige. Denn für Bevollmächtige  und künftige Betreuer bedeutet dies nicht nur eine große Verantwortung, sondern auch Belastung, die sowohl emotional, zeitlich und räumlich  von demjenigen erbracht werden können muss.

 

 

Datenschutz

Werden Verfügungen und Vollmachten mit persönlichen Daten von Bevollmächtigten  an anderen Stellen - bspw. in Vorsorgeregistern -  hinterlegt, spielen hierbei auch datenschutzrechtliche Aspekte eine Rolle. Auch hierfür muss  das  Einverständnis der bevollmächtigten Personen vorliegen.

 

Missbrauchsrisiko

Wer anderen eine Vollmacht für die eigenen Lebensbereiche  - auch in medizinischen Belangen  - erteilt, sollte sich im Klaren darüber sein, dass Bevollmächtigte über einen nicht zu unterschätzenden Handlungsspielraum verfügen. Speziell Senioren sollten sich davor hüten, ihnen nicht wirklich vertrauten oder noch nicht lang bekannten Alltagshelfern in einer vollumfänglichen Vorsorgevollmacht sämtliche Befugnisse einzuräumen, nur weil diese sich vielleicht so "nett kümmern". Das Landeskriminalamt warnt ausdrücklich vor vermeintlichen Helfern und auch angeblich wohlwollenden Nachbarn, die sich erst das Vertrauen und mittels Vorsorgevollmacht das Vermögen älterer und hilfsbedürftiger Menschen erschleichen. Näheres dazu auch unter dem Menüpunkt: Sicherheitshinweise für Senioren.

Wie man sich vor Missbrauch schützen  und das Risiko von vorn herein reduzieren oder gänzlich ausschließen kann, erfährt man im Beratungsgespräch.

 

 

Hinweise für zukünftige Bevollmächtigte/Betreuer