Beglaubigungen

Beglaubigung von Patientenverfügungen

Für Patientenverfügungen benötigt es grundsätzlich keine öffentliche/notarielle Beglaubigung. Dies wäre auch hinderlich und nur unnötig mit Kosten verbunden. Denn durch neue Anforderungen  an Patientenverfügungen können Aktualisierungen oder Neuerstellungen erforderlich werden. Oder aber die Einstellungen des Patienten ändern sich grundsätzlich. Dann wäre jede Änderung und Aktualisierung mit einer erneuten Beglaubigung verbunden.

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Beglaubigung von Vollmachten

Auch für Vollmachten sind grundsätzlich  keine Beglaubigungen erforderlich. Wer Vollmacht und die bevollmächtigte Person jedoch absichern will, kann die Vollmacht bei Bedarf öffentlich beglaubigen lassen. Eine gesetzmäßige Verpflichtung dazu besteht jedoch nicht. Öffentliche Beglaubigungen nehmen Notare wie auch Betreuungsbehörden ( kostengünstig)  vor. Öffentliche Beglaubigungen bekräftigen eine Vollmacht und entfalten hohe Beweiskraft  im Rechtsverkehr  im Falle die Vollmacht von Dritten angezweifelt werden sollte. Andererseits und dies sollte man wissen: Öffentlich beglaubigte Vollmachten sind grundsätzlich auch schwer anfechtbar. Das könnte dann zum Problem werden, wenn sich der oder die Bevollmächtigte tatsächlich etwas zu Schulden kommen lassen sollte und geäußerte Zweifel von Dritten (z. B. Ärzten, Bekannten, Behörden)  ihre Berechtigung hätten.

 

Beglaubigung von Betreuungsverfügungen

Beglaubigungen von Betreuungsverfügungen erübrigen sich insoweit, da darin bestimmte Personen ohnehin nur ein Vorschlag sind, die Personen in Rücksprache mit den Betreuungsbehörden agieren müssen und somit einer ständigen Kontrolle unterliegen. Und sollte das Betreuungsgericht der Ansicht sein, die bestimmte Person wäre von vornherein oder nachträglich ungeeignet, würde diese auch mit einer beglaubigten Verfügung nicht (weiter) tätig sein dürfen.

 

 

Veränderung und Misstrauen einkalkulieren

Krankheiten verändern Menschen, insbesondere solche, die mit Gehirnabbauprozessen oder Gehirnbeteiligungen zu tun  haben, wie z. B.  Altersdemenz, Alzheimer, Parkinson, Hirntumore oder- metastasen usw. Auch Schmerzen und die langfristige Einnahme von Schmerz- oder Beruhigungsmedikamenten können Wesen und Einsichtsfähigkeit eines Menschen stark beeinträchtigen und zunehmendes Misstrauen zur Folge haben. Das macht es für Bevollmächtigte, pflegende Angehörige und Betreuer nicht immer einfach, wenn diese plötzlich des Sparbuchdiebstahls, Tablettenaustauschs, Entmündigungsvorhaben o.ä. Dingen zu unrecht bezichtigt werden, der Vollmachtgeber als solcher aber noch vollumfänglich geschäftsfähig ist. Auch darauf sollte man sich als Bevollmächtigter/Betreuer und pflegender Angehöriger einstellen.

 

Missbrauchsvorwürfen vorbeugen

Bevollmächtigte sollten wissen, dass sie bei einem Missbrauchsverstoß  gerichtlich entbunden und juristisch belangt werden können. Dies können sie natürlich nur, wenn sie sich tatsächlich etwas zu Schulden kommen lassen haben und nicht auf bloßen Verdacht seitens Dritter oder des Vollmachtgebers selbst  hin. Insofern sollten auch Bevollmächtigte, die im Gegensatz zu gerichtlich einbestellten Betreuern nicht der Kontrolle seitens des Betreuungsgerichts unterliegen, ihr Tun und Handeln dokumentieren, wenn erforderlich Kopien anfertigen, sich bestimmte Dinge vom Vollmachtgeber oder Dritten bestätigen und unterzeichnen lassen. Sie sollten auch Buch führen über getätigte Einkäufe oder Geldabhebungen im Auftrag des Vollmachtgebers und sich dies vom Vollmachtgeber bestätigen lassen, sofern dieser denn noch geschäftsfähig ist.

Selbst einen gesetzlichen Betreuer bestellen

Niemand ist verpflichtet, Bevollmächtigte/r auf Lebenszeit zu sein. Wenn die Gesundheit leidet, sich Lebensumstände geändert haben o.ä. besteht immer die Möglichkeit, auch nachträglich noch einen gesetzlichen und professionell tätigen Betreuer über das Betreuungsgericht einzuberufen. Das kann der Vollmachtgeber selbst oder der Bevollmächtigte in Absprache mit dem Vollmachtgeber tun.  Anträge erhält man bei den jeweiligen Amtsgerichten.

Die Gesetzliche Betreuung ist allerdings nicht kostenlos und muss vom Vollmachtgeber bezahlt werden. Die Höhe richtet sich u.a. nach dessen Einkommens- bzw Vermögensverhältnissen. Im Schnitt und zu Beginn betragen die Kosten für einen gesetzlich bestellten Betreuer ca. 200,00-300,00 EUR/Monat. Dieser ist aber nicht rund um die Uhr, sondern nur für einen begrenzten und gestafftelten Stundenumfang verfügbar und auch nur für bestimmte vom Betreuungsgericht zuvor festgelegte Aufgabenbereiche zuständig. Darunter fallen jedoch keine pflegerischen Aufgaben.

Aufgaben eines gesetzlich einbestellten Betreuers

Die gesetzliche Betreuung ist nicht zu verwechseln mit der Betreeung im pflegerischen Sinne. Ein gesetzlich bestellter Betreuer wird vom Betreuungsgericht bestellt.  Das Beteuungsgericht legt dann je nach Bedarfslage fest, für welche Aufgaben der Betreuer  zuständig sein soll, wobei das Selbstbestimmungsrecht der betroffenen Person dabei stets gewahrt bleiben muss. Eine gesetzliche Betreuung wird also nicht nur im Entmündigsfall erforderlich, sondern immer dann, wenn eine Person Unterstützung benötigt und niemanden hat, der bestimmte Dinge für sie  regeln kann. (z. B. Aufenthalt, Vermögensverwaltung, Immobilienverwaltung oder Gesundheitsfürsorge) . Je nachdem, welche Unterstützung benötigt wird,  können einzelne oder sämtliche Aufgabenbereiche auf den  Betreuer übertragen werden. Die Pflege übernimmt ein gesetzlich bestellter Betreuer grundsätzlich nicht. Er kann sie nur organisieren, sofern sie erforderlich wird. Auch Angehörige oder Freunde können als gesetztlich bestellte Betreuer einberufen werden. Dies werden sie dann, wenn sie in einer Betreuungsverfügung benannt wurden.