Vorsorge treffen mit  Vollmachten für Partner, Angehörige & Vertrauens-

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Vorsorgevollmachten sind von Patientenverfügungen zu differenzieren.  Mit einer Patientenverfügung legt man seine Behandlungswünsche und persönlichen Therapiegrenzen für bestimmte Situationen fest. Mit Vorsorgevollmachten sichert man ab, dass im Zusammenhang mit einem Krankheitsfall, bei dem man kürzer oder länger Entscheidungen nicht selbst treffen und seine Angelegenheiten dann selbst nicht regeln kann, andere - in der Regel Partner oder Angehörige -  rechtlich dazu befugt werden.

Vollmachten sichern den Alltag ab

Vorsorgevollmachten kommen zum Tragen und sichern den Alltag auch dann ab, wenn jemand nur vorübergehend nicht in der Lage ist, seine Angelegenheiten selbst zu regeln. z. B. wenn jemand nach einem Unfall oder einer größeren Operation  für eine gwisse Zeit aus dem Verkehr gezogen ist. Das ist vor allem auch für Alleinstehende wichtig, ebenso für Alleinerziehende oder Paare mit Kindern, Menschen, die selbständig sind und nicht Gefahr laufen wollen, dass nach einem längeren  Krankenhausaufenthalt wichtige Projekte auf der Strecke bleiben oder nach der Rückkehr der Schreibtisch voller unbezahlter Rechnungen ist.

Digitale Vorsorge

Von enormer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang für alle auch das Thema der digitalen Vorsorge geworden. Ansonsten kann es für einen selbst, wenn man nach längerer Ausfallzeit bspw. nach einem Unfall wieder gesundet (oder auch für immer zum Pflegefall wird) ebenso im Todesfall dann für Erben teuer, sehr kompliziert und zeitaufwändig werden. Denn wer erbt, erbt auch alle digitalen Verbindlichkeiten des Verstorbenen. Nur die Erben (ebenso wie Betreuer/ Bevollmächtigte) müssen natürlich auch in Kenntnis darüber sein, welche digitalen Verbindlichkeiten zu (aktiven) Lebzeiten überhaupt bestehen oder bestanden. Daher empfiehlt es sich, Listen anzulegen, aus denen sämtliche Vertragsabschlüsse bei Providern, Netzwerken, Online-Abos usw. hervorgehen. Und es empfiehlt sich, für diese Zwecke vorsorglich Personen zu bevollmächtigen, ggf. Projekte weiter zu führen, diesen Personen für den Notfall auch den Zugriff auf relevante Daten, E-Mailkonten zu ermöglichen, Netzwerke und Profile zu pflegen und diese auch löschen zu können. Wie man solche Fälle bei Facebook und Google regelt, erfährt man Hier .

 

Vorschläge für die digitale Vorsorge / digitale Nachlassregelung findet man im Servicebereich zum Herunterladen. Wichtig zu wissen:

ein digitales Testament muss handschriftlich verfasst werden.

Vorsorgevollmacht

Für einen selbst, aber auch für Partner und Familenangehörige ist es wichtig, das für den Ernstfall entsprechende Vollmachten erteilt wurden, die andere befugen, persönliche, finanzielle, wirtschaftliche, medizinische, behördliche oder vertragliche Dinge für einen zu regeln oder auch den Schrift- oder Geschäftsverkehr weiterzuführen, wenn man es selbst nicht (mehr) kann. Wer nämlich glaubt und sich darauf verlässt, dass diese Dinge durch die Angehörigen  allein aufgrund der verwandtschaftlichen Verhältnisse oder den Eehepartner geregelt werden dürfen, liegt falsch.

Eine Vorsorgevollmacht deckt bzw. sollte inhaltlich das Gros der Lebensbereiche abdecken. Dazu gehören: u.a. Gesundheitsvorsorge und Pflege, Aufenthalt  und Unterbringung, Vermögens- und Immobilienverwaltung, Miet- und Wohnungsangelegenheiten, Post - und Fernmeldeverkehr, Ämter und Behördenvertretung, Vertretung im Rechtsverkehr, allgemeine Vertragsangelegenheiten.

Für bestimmte Bereiche greift auch diese Vollmacht jedoch nicht. Hierzu zählen u.a. Bankgeschäfte und Kontobefugnis, Immobiliengeschäfte und Sorgerecht. Für diese Bereiche müssen separate Vollmachten - z. T. auch sogar handschriftlich - erstellt werden und ist der Gang zur Hausbank und z. T. auch zum Notar erforderlich.

Separate Gesundheitsvollmacht

Der Gesundheitsbereich wird zwar in der Vorsorgevollmacht mit erfasst. Man kann für diesen Bereich aber auch eine separate Vollmacht –  auch Gesundheitsvollmacht – aufsetzen, um darin einen Bevollmächtigten/Vertreter  zu bestimmen, der ausschließlich in medizinischen Belangen entscheiden und zuständig sein soll. Allerdings muss - und sofern man keine Patientenverfügung erstellt hat oder erstellen möchte - eine Gesundheitsvollmacht dann sehr differenziert ausgearbeitet werden.

Separate Konto-/Bankenvollmacht

Banken akzeptieren in der Regel die normale Vorsorgevollmacht nicht, was so gesehen auch beruhigend ist. Denn immerhin geht es darum, das Geld des Vollmachtgebers zu verwalten. Wer einer Person eine Konto- und Bankvollmacht erteilen möchte, sollte zu diesem Zweck mit der jeweiligen Person seine Bank persönlich aufsuchen. Jede Bank hat dafür eigene Vordrucke und eigene Vorschriften. 

 

Sorgerechtsvorsorgevollmacht

Auch Eltern, insbesondere unverheiratete Paare mit Kindern, sollten sich (gegenseitig) mit entsprechenden Vollmachten für den Ernstfall absichern. Für den Todesfall eines oder beider Elternteile gibt es gesetzliche Regelungen in Bezug auf das Sorgerecht minderjähriger Kinder. Aber der Gesetzgeber sieht noch keine klaren Regelungen vor, im Falle ein Elternteil oder beide zwar noch am Leben, jedoch nicht mehr - z. B. durch einen Unfall entscheidungs- oder geschäftsfähig  sind. Das Sorgerecht ist an Eltern gebunden, es endet nur mit dem Tod des oder der Sorgeberechtigten und kann nicht einfach auf Dritte übertragen werden. Im Falle sich sogar beide Elternteile nicht mehr um die Kinder kümmern können, fällt nicht etwa das Sorgerecht automatisch in die Hände anderer Familienangehöriger, sondern unter Umständen in die des Jugendamts. Angehörige haben dann ohne eine Sorgerechtsvorsorgevollmacht kaum noch Einfluss auf das Erziehungs- und Aufenthaltsbestimmungsrecht der Kinder. Sorgerechtsregelungen werden in gängigen Vorsorgevollmachten nicht erfasst. Diese muss separat handschriftlich aufgesetzt werden. Wenn neben dem Erziehungsrecht auch gleich die Vermögenssorge des/der Kinder bis zu deren Volljährigkeit geregelt werden soll, empfiehlt sich in jedem Fall der Gang zu einem Fachanwalt für Familienrecht.

Projekt- oder Geschäftsvollmacht

Einzelunternehmer und Freiberufler sollten jemanden bevollmächtigen, notfalls Projekte und Geschäfte weiter führen zu können. Zumindest sollte eine Übersicht über die wichtigsten Geschäfts- und Kundenkontakte oder aktuellen Projekte  erstellt werden, damit Geschäftspartner, Kunden, Auftraggeber, Steuerberater im ernsthaften oder langwierigen Krankheitsfall von Angehörigen/Bevollmächtigten benachrichtigt werden können, der Schriftverkehr in Vertretung geführt sowie geschäftsrelevante Dinge geregelt werden können und dürfen.

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